Wenn wir in der Vergangenheit über humanoide Roboter gesprochen haben, ging es meistens um coole Demo-Videos aus dem Labor, in denen Roboter tanzen oder Rückwärtssaltos machen. Doch diese Phase ist offiziell vorbei. Die Science-Fiction-Vision ist in der harten Realität der industriellen Fertigung angekommen – und BMW spielt dabei ganz vorne mit. Schauen wir uns an, wie der Autobauer mit dem kalifornischen Startup Figure AI die Automatisierung auf das nächste Level hebt.

Im Zentrum dieses Meilensteins steht "Figure 02". Der humanoide Roboter ist 170 cm groß, wiegt 70 Kilogramm und kann Lasten von bis zu 20 Kilogramm tragen. Statt ihn in einer isolierten Testumgebung zu schonen, hat BMW ihn direkt an die Front geschickt: ins US-Werk in Spartanburg.
Das Ziel? Man wollte herausfinden, ob eine menschenähnliche Maschine echte, ermüdende Routinearbeiten in einem dynamischen Umfeld übernehmen kann – und das über Monate hinweg.
Und der Roboter musste richtig ran. Elf Monate lang arbeitete Figure 02 im realen industriellen Umfeld. Die Leistungsdaten, die das Pilotprojekt hinterlassen hat, sind absolut beeindruckend:
Schätzungen zufolge legte der Roboter dabei über 300 Kilometer in den Werkshallen zurück.. Das ist für eine zweibeinige Maschine, die nicht speziell für solche Dauerbelastungen gebaut wurde, ein absoluter Stresstest.
Das Projekt in Spartanburg war ein echter Durchbruch für die "Physical AI". Doch ein solcher Knochenjob deckt naturgemäß auch Schwachstellen auf – beispielsweise an den Gelenken und Unterarmen der Hardware.
Genau deshalb geht Figure 02 nun nach 30.000 gebauten Autos in seinen wohlverdienten (und geplanten) Ruhestand. Die Maschine wird zurück nach Kalifornien geschickt, zerlegt und ausgewertet. Die gesammelten Terabytes an Daten und mechanischen Erkenntnissen fließen direkt in den Nachfolger Figure 03, der aktuell bereits wieder im BMW-Karosseriebau im Einsatz ist und künftig noch längere Laufzeiten und komplexere Montageaufgaben übernehmen soll.
Was bedeutet das für die Zukunft?
Der Test zeigt eindrucksvoll: Humanoide Roboter können monotone, körperlich belastende Arbeit über Monate hinweg zuverlässig leisten. Wir stehen erst am Anfang einer Revolution in unseren Werkshallen.
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